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Frankfurter Hof
Augustinerstrasse 55
55116 Mainz

Telefon: 06131 / 220438
Telefax: 06131 / 227029

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Bild von Frankfurter Hof

Dass der baufällige Frankfurter Hof Anfang der neunziger Jahre nicht der Spitzhacke und dem Presslufthammer zum Opfer fiel, war dem Engagement des "Bürgervereins Frankfurter Hof" zu verdanken, denn der Abriss war im Rahmen der Altstadtsanierung schon längst beschlossene Sache. Doch die engagierten Mainzer Streiter erinnerten vehement an die herausragende geschichtlichen Tradition des ehemaligen Saalbaus als Versammlungsort der heutigen demokratischen Parteien, des katholischen Vereinswesens und als Wiege der politisch-literarischen Fastnacht, so dass es im Mainzer Stadtrat in letzter Sekunde ein Umdenken gab. Der Frankfurter Hof sollte 1991 nach seiner Restaurierung nach Vorschlag des Bürgervereins und Beschluß des Stadtrats mit kulturellem Leben erfüllt werden. In Ludwig Jantzer, der vorher als Stadtjugendpfleger und bei einer renommierten Konzertagentur viele Jahre Erfahrung gesammelt hatte, setzte man die Hoffnung, dieses nicht leichte Unterfangen in die Tat umzusetzen. Den meisten gefiel die moderne architektonische Umsetzung des historischen Gebäudes in die Neuzeit, doch es gab auch Skeptiker. Eine Kritikerin mochte die postmoderne Erscheinung nicht, autonome Spontis demonstrierten bei der offiziellen Eröffnungsfeier gegen den "Glas-Palast-Kultur Frankfurter Hof". Doch die rege und stetig wachsende Zuschauerresonanz bestätigten Programmplaner Ludwig Jantzer mit seinem Programm- und Genremix aus lokalen Künstlern und multikulturellen Angeboten, Klassik, (Tanz-)Theater, Ausstellungen und Avantgarde- und Populärkultur. Bereits die fünfjährige Halbzeitbilanz las sich wie ein Who-is-Who der (inter-) nationalen Musik- und Kulturszene. Die französische Chansonlegende Juliette Gréco gab hier ein furioses Konzert - genauso wie Gerd Dudenhöffer an unzähligen Abenden sein saarländisches Original Heinz Becker auferstehen ließ. Die deutschen Jazz-Altmeister von Albert Mangelsdorff über Wolfgang Dauner bis Klaus Doldinger gaben sich in der Augustinerstraße ebenso ein Stelldichein, wie der "schwarze Magier" Salif Keita oder Angelique Kidjo frischen multikulturellen Wind auf die Bühne zauberten. Um nur einige der unzählige Künstler zu nennen. Aber auch die einheimischen Künstler kamen nicht so kurz. Förderung der einheimischen Kultur im quasi Huckepack mit Auftritten internationaler Stars war die Philosophie der Macher. Die erfolgreichen Auftritte internationaler Künstler verschafften dem Frankfurter Hof das entsprechende Renommee und die Aufmerksamkeit, von denen auch die unbekannteren einheimischen Künstler letztlich profitierten.